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Alt 22.05.2007, 06:30   #1480
Diwali
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Standard Filmfare 6/1994: Accused!

Der TADA-Fall geht seinem Ende entgegen. Wir, vor allem Sujen und ich, haben hier immer versucht, ausführlich über ihn zu informieren - nicht nur als Übersicht, sondern auch im Detail -, und dafür auch viel im Netz recherchiert. Unsere Erkenntnisse habe ich im TADA-Kapitel meiner Sanjay-Website zusammengetragen.

Dieses Kapitel konnte ich nun um einige wichtige und lesenswerte Dokumente erweitern, da es mir gelungen ist, ein Exemplar der Filmfare vom Juni 1994 aufzutreiben, in dem über mehrere Seiten und in Gesprächen mit Beteiligten der Fall Sanjay recherchiert worden ist, so wie er sich damals darstellte (das Anwaltteam, das ihn und noch zahlreiche weitere Angeklagte vertrat, hatte sich aus Protest gegen den voreingenommenen Richter Patel aus dem Fall zurückgezogen, was Sanjay auch noch den absurden Vorwurf einbrachte, er wolle seine Verhandlung dadurch hinauszögern: aufgrund der Telefonate aus seinem Haus nach Dubai stand seine Kaution zur Debatte und sollte in der Tat nur wenige Tage später widerrufen werden, was Sanjays Untersuchungshaft von Juli 1994 bis Oktober 1995 zur Folge haben sollte).

Die Filmfare begann ihren Sonderteil "Accused! - The Complete Sanjay Dutt Story investigated by the Filmfare Team" mit folgenden einführenden Worten:
Zitat:
Der Fall ist sensationsgeladen. Er hat internationales Interesse erregt. Und Titelfotos in den nationalen Tageszeitungen haben die öffentliche Neugier noch zusätzlich angefacht. Sie zeigen Sanjay Dutt, der im vergangenen Jahr unter TADA verhaftet wurde, bei seinem Erscheinen vor dem Gerichtshof in Bombay.

Sanjay war nach seiner Freilassung auf Kaution in die Studios zurückgekehrt. Und scheinbar war sein Leben zur Normalität zurückgekehrt. Doch ist es das? Ein Gefühl unbehaglicher Ruhe herrscht derzeit in 58, Pali Hill. Der Eingang zu dem Bungalow wird von Sicherheitskräften bewacht; Besucher müssen ihren Namen und den Zweck ihres Besuches in einem Buch vermerken.

Fest steht: Der populäre Schauspieler hat zugegeben, eine AK-56 gekauft zu haben... aufgrund von Bedrohungen, denen sich seine Familie während der kommunalen Unruhen, die die Stadt verwüstet haben, ausgesetzt sah.
(Anm. Diwali: Was zumindest in einem Punkt nicht stimmt: Sanju hatte die AK-56 nicht gekauft. Er hat nie auch nur eine Rupie dafür bezahlt. Sie wurde ihm zur Verfügung gestellt und dann lediglich nicht, wie vereinbart, wieder abgeholt.)

War er... dann auch... in die Bombenanschläge vom 12. März 1993 verwickelt? Oder in irgendeine Form einer Verschwörung? Solche Fragen werden von der Polizei untersucht. Bislang haben Bombays Top Cops keine belastenden Beweise erbracht.

Jüngste Zeitungsberichte enthüllten, dass von dem Dutt-Haus aus Telefonate nach Dubai geführt worden sind. Dem wurde entgegengehalten, dass diese Tatsache der Polizei bereits im vorigen Jahr bekannt war... und dass außerdem jeder Besucher des Dutt-Hauses diese Telefonate geführt haben konnte.

Inzwischen wurden die Video-Vertreiber und Filmproduzenten Hanif Kadawala und Samir Hingora festgenommen und erwarten schwerwiegende Anklagen.
Und hier nun die einzelnen Kapitel:

- Die Filmfare erhielt das aufgezeichnete Geständnis des Schauspielers gegenüber der Polizei.
Ich danke an dieser Stelle noch einmal Sujen, die Sanjus Geständnis vor einigen Monaten schon einmal im Netz gefunden und übersetzt hat; ich habe trotzdem auch diese Version noch einmal übersetzt, weil sie am Anfang etwas ausführlicher ist.

- Nach monatelangen Bemühungen erhielt die Filmfare von Hanif und Samir aus dem Gefängnis die Antworten auf eine Fragenliste; ihre schriftlichen Kommentare wurden durch die polizeilichen Autoritäten bestätigt.
Darin weisen die beiden Produzenten des Filmes Sanam jede Beteiligung an der Verschwörung von sich und entlasten zudem Sanju ausdrücklich von diesem Vorwurf.

- Sunil Dutt sprach über seine Gefühle angesichts der Myriaden von Drehungen und Wendungen im Zusammenhang mit dem Fall Sanjay Dutt.
Und stellte sich mit überdeutlichen (und z.T. auch sehr verbitterten) Worten auf die Seite seines Sohnes.

- Anwalt S.B. Jaisinghani, der sich eben erst aus dem Fall Sanjay Dutt zurückgezogen hatte, wurde zum damaligen Stand des Falles befragt.
Und äußert sich ziemlich deutlich über die Voreingenommenheit des ersten TADA-Richters Patel, von dem sich offenbar keiner der Angeklagten eine faire Gerichtsverhandlung erwarten durfte. Richter Kode wurde zum Segen nicht nur für Sanju, sondern für den gesamten Prozess.

- Joint Police Commissioner M.N. Singh beantwortete Fragen, die der Öffentlichkeit auf den Nägeln brannten.
Und lässt ahnen, was für eine Hexenjagd damals in Bombay vor sich ging. Kleine Pikanterie am Rande: Der Top Cop A.A. Khan, über dessen angebliche Beziehungen zur Unterwelt Singh sich bezeichnenderweise nicht äußern wollte (nachdem er über die Beziehungen von Filmstars zur Unterwelt gnadenlos hergezogen war), ist derselbe Cop, der dreizehn Jahre später in dem Film Shootout at Lokhandwala ausgerechnet von Sanjay Dutt verkörpert werden sollte, gegen den Singh hier so scharf aus der Hüfte schießt...

Zwei Monate später reagierte Schauspieler und Politiker Shatrughan Sinha mit einem offenen Brief in der Filmfare 8/1994 auf die hier geäußerten Ansichten von M.N. Singh und kritisierte ihn dabei scharf. Diesen Brief hatte ich vor einiger Zeit bereits übersetzt und veröffentlicht, setze den Link dazu jedoch hier noch einmal, weil dieser Brief ohnehin immer wieder lesenswert ist - und als direkte Antwort auf die z.T. unsäglichen Behauptungen von M.N. Singh erst recht.

So. Das war jetzt extrem viel Material auf einmal, ich weiß. Aber es ist nun einmal unser erklärtes Ziel, hier so umfassend wie möglich über Sanju zu informieren. Auch über seinen TADA-Fall, der sein Leben nun schon seit vierzehn Jahren überschattet - ein Albtraum, der nun hoffentlich demnächst endlich vorübergeht. Richter Kode, übernehmen Sie!


Freiheit für Sanju - er verdient Bewährung!
"I'll face it. I have to."
Get well soon, Sanju!


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2. November 2009 - a day to remember. God bless you, Sanju and Maana.
16. März 2010 - another day to remember. Love you, Bomanji, mere abba.

I'm ingridible. *ggg*
www.sanjay-dutt.de / www.sanjay-dutt.info


Geändert von Diwali (22.05.2007 um 07:29 Uhr).
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