Die Times of India bringt heute einen großen Bericht über Designated TADA Judge Pramod Dattaram Kode - und da dieser Mann nun schon so lange Sanjus Leben begleitet, durch den TADA-Freispruch das Stigma des Terroristen von ihm genommen hat und nun auch sein weiteres Schicksal in der Hand hält, ist das für den gemeinen Sanjustani natürlich ausgesprochen lesenswert.
Seit über elf Jahren steht der 57-jährige Kode dem TADA-Gericht bereits vor (und seine Berufung war ein Segen für Sanju, da sein Vorgänger Richter J.N. Patel ein offenkundiger Sanju-Gegner war). Wie schon Suketu Mehta in seinem Buch Bombay - Maximum City anerkennend vermerkte, hat Kode in all diesen Jahren keinen einzigen Tag gefehlt - nicht einmal, als vor ein paar Jahren sein Vater starb.
Kode sorgt im Gericht meist für eine eher lockere Stimmung. Er zeigt sich bisweilen sogar von seiner neckischen Seite und reißt augenzwinkernd seine Witzchen mit ahnungslosen Anwälten. Anonsten ist sein Gesicht jedoch eine düstere Maske, schwer zu durchschauen. Er kaut gerne Betelnüsse (auch das erwähnt Mehta in seinem Buch), trägt an den meisten Fingern Ringe (das dürfte Sanju gefallen) und hat eine Schwäche für Numerologie - seine Lieblingszahlen sind 9 und 1 -, weswegen er bestimmte Urteile gerne an bestimmten Daten bekanntgibt (aha!!!).
Als vorsitzender Richter des TADA-Falles ist Kode einer der meistbewachten Männer des Landes. 45 Männer stehen zu seiner Bewachung und zu der seiner Familie (Frau und zwei Töchter) zur Verfügung. Er verlässt sein Haus nur, um täglich in seinem kugelsicheren Wagen zum Gericht oder zu seinem alljährlichen Shirdi-Besuch zu fahren.
Kode gilt als tougher Mann mit sanftem Herzen (er und Sanju müssten sich wirklich blendend verstehen). Oft hat er Angeklagten erlaubt, ihre kranken Eltern zu besuchen oder an der Hochzeit ihrer Kinder teilzunehmen oder auch mal eine Geschäftsreise durchzuführen. Mehr als 10.000 solcher Anträge hat Kode im Lauf der elf Jahre bearbeitet - auch eine Art Rekord. (Aber letztens wohl auch ein Grund, warum sich das Ganze so lange hingezogen hat...)
Sein Gerichtssaal ist einer der ersten in Mumbai, die modernisiert und mit Mikrophon und Computer ausgerüstet wurden - was aufgrund der Dimensionen des Falles und bei 123 Angeklagten, die sich auf den hinteren Bänken z.T. ungeniert miteinander unterhielten, einfach notwendig wurde. Nur selten, wenn überhaupt, erhebt Richter Kode seine Stimme im Gerichtssaal. Die Angeklagten haben angefangen, ihn wie ein Familienmitglied zu behandeln (das erinnert mich an die Stelle in Mehtas Buch, wo Sanju die Anhörungen mit Familientreffen vergleicht), und ihm vor ein paar Jahren sogar eine große selbstgemachte Diwali-Karte geschenkt, die bis vor ein paar Tagen die Anschlagtafel zierte. (Sie wurde wohl anlässlich der Strafmaßverkündungen entfernt.)
Kode ist seit den 1980ern Jurist, begann als einfacher Strafrichter und wurde 1993 als special judge in das TADA-Gericht berufen, wo er die Fälle von Dawood Ibrahim, Arun Gawli, Amar Naik, Ashwin Naik und Chhota Rajan bearbeitete. 1994 gab man ihm Y-class security, die zweithöchste Sicherheitsstufe. 1996, als er als designierter Richter in den Arthur Road Court Complex umzog, wurde die Sicherheitsstufe auf Z, später sogar auf Z-plus erhöht. Kode ist jedoch nicht versichert; zwar hat die Regierung ihm eine Lebensversicherungspolice über Rs 25 lakh versprochen, doch auf die wartet Kode bis heute. (Nicht zu fassen.)
http://timesofindia.indiatimes.com/B...ow/2062207.cms
Freiheit für Sanju - er verdient Bewährung!
"I'll face it. I have to."