@Anksuni: Grins. Über Sanjus Haare im Lauf seiner Filmkarriere könnte man eine Doktorarbeit schreiben.
@alle: So, wenigstens die Redakteure von NDTV waren so freundlich, meine Antwort auf diese unsäglichen "Sanjay Dutt = Terrorist"-Kommentare zu posten. Auch wenn sie vermutlich keinen von diesen Fanatikern vom Gegenteil überzeugen wird.
http://www.ndtv.com/convergence/ndtv...WEN20070030184
Außerdem publiziert IBNlive erste Ausschnitte aus dem Urteil, und die finde ich doch schon mal interessant.
Zitat:
"It is true that the matters from the confession of A-117 (Dutt) amongst others also reveal of him knowing Anees or Anees visiting the shooting of the film Yalgaar or other places of stay of the shooting party," Judge Kode has noted in his judgement.
"Thus, the said matters though sufficient to reveal existence of some nexus between A-117 and Anees, still the said material cannot be stretched far enough to come to the conclusion that the weapons were received or handed over to A-117 because of the relationship," the court has observed.
The court also absolved Dutt of the charge of conspiracy, stating that when the actor received the arms, the main conspirators had not effected the landing at Shekhadi in Raigad where the explosives for the blasts had arrived in the country.
The judgement also noted that the conspiracy was finalised at a meeting in Dubai on March 5, 1993 much after Dutt had received the arms.
http://www.ibnlive.com/news/tada-cou...s/50982-3.html
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Es wird also in dem Urteil noch einmal auf Sanjus Bekanntschaft mit Anees Ibrahim hingewiesen (wobei ich mich noch immer frage, warum dann niemand Feroz Khan, der ihn damals überhaupt erst angeschleppt hat, oder die anderen Mitglieder des Yalgaar-Ensembles, die ebenso wie Sanju zu dieser Party von Ibrahim gehen mussten, deswegen behelligt), jedoch schreibt der Richter, dass nicht nachgewiesen werden konnte, dass Sanju die AK-56 dieser Bekanntschaft "verdankte". Von der terroristischen Verschwörung wurde Sanju u.a. deshalb freigesprochen, weil seine AK-56 lange bevor das Material für die Anschläge nach Mumbai geschmuggelt wurde, an ihn geliefert worden war (zumal, wenn ich das hinzufügen darf, nie bewiesen werden konnte, dass die Waffe aus einem Arsenal der Terroristen stammte, da sie ja zerstört worden ist), und weil die Bombenanschläge am 5. März 1993 beschlossen wurden - lange, nachdem Sanju am 15. Januar seine Waffe bekommen hatte.
Die Argumentation der Staatsanwaltschaft, gegen Sanjus TADA-Freispruch Berufung einzulegen (ich hab jetzt dummerweise den Link nicht mehr da, zitiere aus dem Gedächtnis), gründet auf der Tatsache, dass eine AK-56 eine Massenvernichtungswaffe ist und deshalb nicht zur Selbstverteidigung gedacht gewesen sein konnte. Man unterstellt Sanju also schlichtweg böse Absichten, nämlich dass er sich die AK-56 nur deshalb hatte liefern lassen, weil er unbedingt ein paar Leute damit abknallen wollte.
Unter diesen Umständen ist es wichtiger denn je, dass der Supreme Court ebenso wie der TADA Court Sanjus ursprüngliches Geständnis akzeptiert, in dem er genau über die Umstände berichtete, die ihn dazu verleiteten, sich diese Waffe ins Haus zu holen. Richter Kode hat Sanju vor allem deshalb nur nach dem Arms Act verurteilt, weil er ihm das Selbstverteidigungsargument glaubte.
Wenn man mich fragt: Von dieser Frage wird Sanjus Wohl und Wehe bei seiner Berufung abhängen. Die Vorwürfe wegen Verschwörung etc. konnte die Staatsanwaltschaft während der ganzen vierzehn Jahre nicht beweisen, da werden sie jetzt zum Berufungsverfahren nicht plötzlich einen Beweis aus dem Hut zaubern. Die Frage ist, ob der Supreme Court die Selbstverteidigungsabsichten Sanjus akzeptiert - dann wäre evtl. sogar eine Strafmaßreduzierung möglich. Sollte der Supreme Court sich jedoch der Ansicht der Staatsanwaltschaft anschließen, wäre stattdessen eine nachträgliche TADA-Verurteilung möglich, die Sanju zumindest zum potentiellen Terroristen stempelt, der mit seiner automatischen Waffe gezielt Unheil anrichten wollte. Sanju sollte es sich unter diesen Umständen verdammt gut überlegen, ob er bei seiner Berufung wirklich darauf hinweisen will, dass er sein Geständnis seinerzeit zurückgezogen hat - schließlich hat dieses Geständnis ihm den Hals gerettet.
EDIT: @Pusteblume: Nun, diesmal waren wir ja darauf gefasst. Daher tragen wir die Nachricht mit Fassung und trösten uns mit dem Gedanken: Jeder Tag, den Sanju jetzt absitzt, bringt ihn seiner ersehnten Freiheit näher.
EDIT 2: The Hindu publiziert ebenfalls Segmente aus dem Urteil, die Sanju betreffen:
http://www.hindu.com/2007/10/23/stor...2359651300.htm
Ich greif jetzt einzelne Passagen heraus, um mich nicht zu wiederholen:
Zitat:
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Part 37 deals with Dutt’s and his friends’ offences and discusses various points such as why the stringent Terrorist and Disruptive Activities (Prevention) Act was not applicable to the group, how Dutt was found guilty under the Arms Act and his alleged links with the infamous underworld. The judgment, relying on the confessions of accused Dutt and his friends, says: “It is crystal clear that A-117 [Sanjay Dutt] had acquired the contraband material.”
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Genau das ist ein Punkt, den Sanjus Anwälte anfechten wollen. Da die Waffen zerstört wurden, gibt es keinerlei Beweise außer Sanjus Geständnis und die Aussagen von Hanif, Samir & Co, wobei Sanju sein Geständnis zurückgezogen hatte. Somit stünde Aussage gegen Aussage. Gilt in Indien "in dubio pro reo"?
Zitat:
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The court also noted that there was some nexus between Dawood Ibrahim’s brother, Anees Ibrahim, and Dutt. The judgment talks about instances such as possible phone calls and visits from Anees on the sets of Yalgaar in Dubai. However, these instances are not enough to prove that Dutt procured weapons from Anees, says special TADA court judge Kode.
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Völlig korrekt. Davon abgesehen, dass man es wohl kaum Sanju vorwerfen kann, wenn Anees das Set von Yalgaar besuchte; aber wenn diese Besuche ein Beweis für kriminelle Aktivitäten wären, dann müsste das jeden anderen, der damals am Set war, ebenso treffen.
Zitat:
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Regarding his acquittal under TADA Act, Mr. Kode notes “mere possession” does not amount to intention of a terrorist activity but only points to a possible illegal activity.
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Das ist genau der Punkt, gegen den die Staatsanwaltschaft voraussichtlich vorgehen wird, da sie Sanju eben genau diese "intention of a terrorist activity" unterstellt.
Zitat:
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The court also notes that Dutt had not asked for any particular firearm “much less AK-56 or the hand-grenades.” The court also notes that there is no evidence to prove that Dutt’s acquiring of weapons was indicative of knowledge of the conspiracy to cause serial explosions in the city.
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Das sind die großen Pluspunkte auf Sanjus Haben-Seite.
Zitat:
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The court has accepted his confession which talks about the threats his family received after post-Babri Masjid demolition riots.
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Und ebendeshalb, wie ich schon sagte, sollten Sanju und seine Anwälte es sich sehr genau überlegen, bevor sie dieses Geständnis zu Makulatur erklären.