Abstimmung mit zwei Siegern
Die nunmehr sechste Ausgabe der "Annual Central European Bollywood
Awards" (ACEBA), der wichtigsten Abstimmung unter Bollywoodfans im
deutschsprachigen Raum, brachte erwartete und unerwartete Resultate (siehe
hier). Mit sieben Auszeichnungen bei total 14
Nominationen führt das Historienepos "Jodhaa-Akbar" zwar das Feld an, die
wichtigsten Preise konnte jedoch Aditya Chopras Blockbuster "Rab Ne Bana De
Jodi" einheimsen. So zeigte sich einmal mehr die Dominanz Shahrukh Khans auf
dem europäischen Kontinent: Mit beeindruckenden 53.1% holte er mühelos die
Auszeichnung als bester Schauspieler. Das sind zwar satte 20% weniger als im
Vorjahr mit "Om Shanti Om", doch seine Popularität scheint ungebrochen. Das
zeigt sich auch darin, dass "Rab Ne Bana Di Jodi" in allen Kategorien
abräumen konnte, in denen er nominiert war - bis auf eine: beste Kamera.
Epos triumphiert
Jener Preis ging an Ashutosh Gowarikers "Jodhaa-Akbar", der vor allem in den
technischen Kategorien die Oberhand behielt. Bei den Kostümen legte der Film
mit 60.9% sogar die höchste Messlatte der ganzen Abstimmung. Fairerweise
muss gesagt sein, dass in den meisten Kategorien, in denen "Jodhaa-Akbar"
den Preis holte, der ärgste Konkurrent "Rab Ne Bana Di Jodi" nicht nominiert
war. Es ist anzunehmen, dass die Quote anders aussehen würde, wenn Shahrukhs
Hit überall nominiert gewesen wäre. Anders als letztes Jahr bei "Om Shanti
Om" war dies jedoch nicht sinnvoll - vor allem im technischen Bereich wären
Nominationen nicht angebracht gewesen.
Lachender Dritter
Als lachender Dritter darf sich Aamir Khan feiern lassen. Sein "Taare Zameen
Par", der erst dieses Jahr antreten durfte, weil es für die deutschsprachige
Bollywood-Community erst 2008 eine Möglichkeit gab, den Film legal zu sehen,
holte drei Auszeichnungen, sein Blockbuster "Ghajini" noch einen für den
besten Schnitt. Besonders knapp wurde es bei der besten männlichen
Durchbruchsrolle: in der Kategorie verwies Aamirs Jungstar-Entdeckung
Darsheel Safary seine ärgsten Konkurrenten Ranbir Kapoor und Imran Khan nur
haarschauf auf die Plätze. Ähnlich knapp ging es in der Kategorie "beste
Sängerin" aus, in der sich drei Kandidatinnen ein Foto-Finish lieferten.
Überraschungen
Während die Siege von "Rab Ne Bana Di Jodi", Shahrukh Khan und Kajol (als
beste Hauptdarstellerin) angesichts der Popularität des Kajol-Shahrukh-Jodis
nicht überraschend kamen, so gibt es doch einige Resultate, die verblüffen.
Darunter fällt nicht zuletzt der Sieg von "Jodhaa-Akbar" bei der besten
Kamera, der hoffen lässt, dass die User in Zukunft nicht allem gleich einen
Award zusprechen, auf dem Shahrukh Khan draufsteht. Überraschend aber auch
das deutliche Abschneiden von Bipasha Basu (über 50%) bei den
Nebendarstellern, während ihr Film "Bachna Ae Haseeno" sonst mehrheitlich
mittelmässig viele Stimmen holte. Selbst in den Musik-Kategorien behielt
"Jodhaa-Akbar" die Oberhand.
Aussichten
An den Awards nahmen dieses Jahr 879 Personen teil, das ist rund ein Viertel
weniger als letztes Jahr. Trotz dieses Einbruchs, der auf den leichten
Rückgang des Bollywood-Interesses zurückzuführen ist (der Hype um "Om Shanti
Om" ist nicht so leicht zu reproduzieren), wird auch nächstes Jahr im April
eine Abstimmung stattfinden. Bis dahin viel Spass beim Studieren der
Abstimmungsergebnisse.
Marco
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